Der Oktober ist wieder PINK!

Brustkrebsmonat: Aufklärung, Früherkennung und Unterstützung im Mammazentrum Ostsachsen

Der Oktober ist pink. Weltweit wird im Oktober solidarisch mit allen Betroffenen und zur Aufklärung aller auf Brustkrebs aufmerksam gemacht. Die pinke Schleife ist seit den 1990er Jahren das internationale Symbol. Auch das Mammazentrum Ostsachsen am Städtischen Klinikum Görlitz beteiligt sich seit vielen Jahren daran, über mögliche Erkennungsmerkmale, Früherkennungs-/Diagnostikverfahren und Behandlungsoptionen aufzuklären. Denn um eine für sich selbst stimmige Wahl zu treffen, z. B. an einer Vorsorgeuntersuchung teilzunehmen, braucht es ein Bewusstsein darüber, welche Aussagekraft hat diese oder jene Untersuchungsmethode und welche Konsequenz könnte sich möglicherweise daraus ergeben.

Brustgesundheit und Veränderungen im Laufe des Lebens

Jede Brusterkrankung ist für die betroffenen Frauen ein Angriff auf ihre Weiblichkeit. Denn die Brüste als ein äußeres Geschlechtsmerkmal dienen nicht nur der Stimulanz oder als Nahrungsquelle für Babys, sondern dienen auch der weiblichen Identifikation. Manche Frauen leiden z. B. an zu kleinen, an zu voluminösen oder asymmetrischen Brüsten, an eingezogenen oder sehr großen Brustwarzen, an wiederkehrenden Brustentzündungen oder zyklusbedingten Schmerzen. Die Brüste einer Frau verändern sich in jeder Lebensphase (Jugend, Erwachsenenalter, Stillzeit, Menopause, Alter) und in den anatomischen Strukturen (Brustdrüsen, Milchgänge, Fettgewebe) können sich sowohl gutartige als auch bösartige Tumore entwickeln. Nicht alle gutartigen Befunde müssen behandelt, sondern können beobachtet werden, um z. B. Größen- oder Formveränderungen zu erkennen.

Brustkrebs-Früherkennung: Selbstuntersuchung und Mammographie

Über das Thema Brustkrebsfrüherkennung >> durch Selbstbetrachtung und –Eigentastuntersuchung sowie auch diagnostische Maßnahmen, z. B. durch das Mammographiescreening für Frauen zwischen dem 50. und 75. Geburtstag << aufzuklären und auch Vor- und Nachteile radiologischer Untersuchungen zu diskutieren ist wichtig. Je früher ein Brustkrebs entdeckt wird, umso besser sind die Heilungschancen. Doch Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs und die Behandlungsoptionen sollten immer auf die erkrankte Person zugeschnitten und abgestimmt sein.

Brustkrebs-Behandlung: Interdisziplinäre Tumorkonferenzen

Für die Behandlungsempfehlungen bei einem diagnostizierten Brustkrebs steht ein Ärzteteam aus mehreren Fachgebieten zur Verfügung. Jede Patientin und jeder Patient wird in Tumorkonferenzen besprochen und ein individuelles Behandlungskonzept erstellt. Hierfür sind die radiologisch-diagnostischen als auch die histo-pathologischen Befunde besonders wichtig. Verschiedene Untersuchungen, wie Ultraschall oder Röntgen durch Radiologen und unter dem Mikroskop durch den Pathologen, geben auf unterschiedliche Weise Informationen, die zusammen dann die Bewertung einer Gewebeveränderung ergeben.

Brustkrebs-Leitlinien und aktuelle Forschung

Grundlage von Behandlungsempfehlungen sind in Deutschland interdisziplinäre Leitlinien, die in bundesweiten, großen Fachgruppen erstellt und anhand des medizinischen Fortschritts formuliert werden. Forschung auf dem Gebiet der Brustkrebsbehandlung ist sehr intensiv und gibt es schon Jahrzehnte. Deshalb liegen auch viele wissenschaftlich fundierte Ergebnisse vor und finden in der Praxis Anwendung. Auch Patientenvertretungen finden inzwischen bei der Leilinienerstellung Gehör, so dass auch die Erfahrungen Erkrankter inhaltlich berücksichtigt werden.

Brustkrebs bei Männern: Zahlen und Fakten

Bei etwa 100 Frauen erkrankt auch ein Mann an Brustkrebs. Das sind ca. 700-800 Männer in Deutschland pro Jahr. Auch im Mammazentrum werden immer wieder Männer behandelt. Es unterscheiden sich die Erkennungsmerkmale genauso wenig, wie die Untersuchungen und die Therapien von denen von Frauen.

Brustrekonstruktion nach Brustkrebs: BRA-Day und Therapieplanung

Im Brustkrebsmonat Oktober gibt es zudem seit einigen Jahren den sogenannten BRA-Day = Tag zum Bewusstsein über Brustrekonstruktion. Die mögliche sofortige oder auch spätere Rekonstruktion der Brustsilhouette bei einer notwendigen Entfernung der gesamten Brustdrüse ist ein besonderer Bestandteil der Therapieplanung im Görlitzer Brustkrebszentrum, weil von Anfang an Fachvertreter der Plastischen Chirurgie aktiv an der Operationsplanung beteiligt sind.

Ganzheitliche Brustkrebs-Therapie: Pflege, Psychoonkologie und Therapieangebote

Doch neben der medikamentösen, operativen und strahlentherapeutischen Behandlung ist die Begleitung durch onkologische Fachpflegekräfte, Physio- und Ergotherapie, Psychoonkologie und Sozialdienst von sehr großer Bedeutung und führt zu einer Entlastung im Rahmen der Krankheitsbewältigung als auch der ganzheitlichen Wahrnehmung der Patientinnen selbst. Wir sind stolz, dass wir tolle Kolleginnen haben, die mit Herz und Geduld zur Verfügung stehen.

Brustkrebs betrifft auch Angehörige

Bei einer Tumorerkrankung sind jedoch nicht nur das Organ und der Mensch selbst, sondern ein ganzes System betroffen. Auch Angehörige und Freunde müssen lernen mit der Krankheit umzugehen und sich auf neue Situationen und durch die notwendigen Therapien vorbestimmte neue Tagesabläufe einzustellen. Gewohnte Aufgabenteilungen müssen möglicherweise angepasst, die Kinderbetreuung oder Versorgung von Angehörigen umorganisiert werden. Die Diagnose und Krankheitsbewältigung brauchen ihre Zeit, Zeit der ganz persönlichen Verarbeitung. Die Gespräche in der Familie mit Erwachsenen (Partner, Eltern, Geschwister) oder Kindern, genauso wie mit Freunden, Arbeitskollegen, Nachbarn brauchen ihre eigenen Worte. Jeder Mensch hat seine eigene Art und Weise im Umgang, eigene Bewältigungsstrategien und Lösungsmuster bei Herausforderungen. Dies gilt auch bei gesundheitlichen Einschränkungen.

Selbsthilfegruppen bei Brustkrebs: Austausch und Unterstützung

Für viele Patientinnen und Patienten ist der Austausch untereinander sehr unterstützend. Deshalb ist die Arbeit von Selbsthilfegruppen von großem Nutzen. Wer über die eigene Erkrankung selbst gut Bescheid weiß, kann sicherer Therapieentscheidungen treffen und bewältigt die einzelnen Behandlungsschritte mit mehr Vertrauen in die Ärztinnen und Ärzte als auch in sich selbst.

Ansprechpartnerin im Brustzentrum: Unterstützung im Alltag

Manuela Böttcher ist Koordinatorin des Mammazentrums: „Ansprechpartnerin für unsere Patientinnen zu sein, zuzuhören, nachzufragen, zu vermitteln, zu verstehen, zu vernetzen, zu erinnern, aufmerksam zu machen, erfüllt mich seit vielen Jahren mit Freude. Frauen in unserem Brustzentrum sollen sich bei all ihren Gedanken nicht allein fühlen. Und dabei ist es egal, ob es um fehlendes Müsli zum Frühstück am Tag nach der Operation geht oder die „Übersetzung“ medizinischer Sprache/Informationen, um die Frage „Wie sag ich´s meinem Kind?“ oder „Wie bekomme ich eine zweite Kompressionsversorgung?“. Es gibt sehr viel tolles Informationsmaterial und manches lässt sich in einem persönlichen Gespräch am besten klären.“
Das Motto: Gemeinsam – Miteinander – Füreinander gilt dabei nicht nur im Oktober ;o)

Öffentlicher Vortrag Brustkrebs am 15. Oktober

Im Vortrag am 15.10.2025 wird Dr. med. Steffen Handstein, Leiter des Mammazentrum Ostsachsen und Chefarzt der Klinik für plastische, rekonstruktive und Brustchirurgie über gut- und bösartige Brusttumore sprechen und Vertreterinnen der Frauenselbsthilfe Krebs vom Landesverband Sachsen über Selbsthilfegruppenarbeit berichten und Informationsmaterial unter dem Motto „mutig bunt aktiv“ vorstellen. Wir freuen uns auf Sie um 17.30 Uhr im Konferenzzentrum.

Aufruf: Neue Brustkrebs-Selbsthilfegruppe in Görlitz

Für Görlitz suchen wir Erkrankte, die sich gern in einer Selbsthilfegruppe zusammenschließen und gegenseitig unterstützen wollen. Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe, um Auffangen, Informieren und Begleiten, vor allem um die eigenen Ressourcen zu erkennen und aktiv zu nutzen, um gegenseitige Unterstützung und Lebensmut.