Warum guter Schlaf mehr ist als Erholung – und was wirklich hilft, wenn die Nacht zur Belastung wird. Im Gespräch erklärt der Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, wie Schlafstörungen entstehen, welche Rolle psychische Belastungen spielen und welche Strategien langfristig helfen können.
Herr Dr. Schmoll, viele Menschen klagen über schlechten Schlaf. Wann wird das zum Problem?
Das wird erst dann zum Problem, wenn sie am Tag müde und weniger leistungsfähig sind. Denn der Bedarf an Schlaf ist bei den Menschen sehr unterschiedlich. Napoleon soll mit 3 Stunden Schlaf ausgekommen sein, Einstein soll 12 Stunden gebraucht haben.

Was genau versteht man unter „schlechtem Schlaf“?
Schlafstörungen sind vielfältig. Dazu zählen Einschlaf- und Durchschlafstörungen, frühes Erwachen, aber auch Schlafwandeln, Alpträume oder das sogenannte Fatigue-Syndrom, bei dem man zu viel schläft und trotzdem oft müde ist. Erkrankungen wie das Restless-Legs-Syndrom oder die seltene Narkolepsie („Schlafsucht“) gehören ebenfalls dazu. Schnarchen kann vor allem für den Partner als belastend erlebt werden. Wenn der Schlaf nicht erholsam ist, ist an ein Schlafapnoe-Syndrom zu denken, bei dem es zu Atemaussetzern kommt.
Informationen rund um Schlafstörungen am 20. August 2025 um 17:30 im Rahmen unserer Vortragsreihe „Medizin für die Bürger“ im Konferenzzentrum des Klinikums.
Welche Ursachen kommen in Frage?
Die Bandbreite ist groß: Psychische Belastungen wie Stress, Sorgen oder Depressionen gehören ebenso dazu wie körperliche Erkrankungen – zum Beispiel chronische Schmerzen, Asthma oder andere internistische Probleme. Auch bestimmte Medikamente, Alkohol, Koffein oder Schichtarbeit können den Schlaf erheblich stören. In der Psychiatrie sehen wir sehr häufig Schlafstörungen im Zusammenhang mit Depressionen oder Angststörungen.
Was hilft bei Schlafproblemen?
Wichtig ist ein besseres Verständnis des eigenen Schlafverhaltens – also Wissen über gesunden Schlaf und einfache Regeln zur Schlafhygiene. Hilfreich sind auch Entspannungsübungen, Achtsamkeitstechniken oder Akzeptanzstrategien. In Einzelfällen können Gewichtsdecken, digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA), verhaltenstherapeutische Methoden wie Schlafrestriktion oder Stimuluskontrolle sowie – gezielt und zeitlich begrenzt – auch Medikamente eingesetzt werden.
Was raten Sie Betroffenen, die nachts nicht zur Ruhe kommen?
Was raten Sie Betroffenen, die nachts nicht zur Ruhe kommen?Und wenn das nicht reicht?
Dann ist professionelle Hilfe sinnvoll – zum Beispiel in einer psychiatrischen oder psychotherapeutischen Praxis. Wer zu lange wartet, riskiert, dass die Schlafprobleme chronifizieren. In unserer Klinik bieten wir gezielte Diagnostik und eine evidenzbasierte Therapie der zugrundeliegenden Erkrankung.
Und wenn das nicht reicht?
Dann ist professionelle Hilfe sinnvoll – zum Beispiel in einer psychiatrischen oder psychotherapeutischen Praxis. Wer zu lange wartet, riskiert, dass die Schlafprobleme chronifizieren. In unserer Klinik bieten wir gezielte Diagnostik und eine evidenzbasierte Therapie der zugrundeliegenden Erkrankung.
Was erwartet die Besucher:innen des Vortrags am 20. August?
Die Stationsleiterin der Klinik Frau Kerstin Keilhauer und ich geben eine Einführung in die Ursachen und Behandlungsansätze von Schlafstörungen – mit wenig Fachjargon, aber mit fundiertem Wissen. Vor allem möchten wir den Teilnehmenden praktische Hilfestellungen geben und Raum für persönliche Fragen bieten. Schlafprobleme sind kein Tabuthema – und sie lassen sich in vielen Fällen gut behandeln.
„Wenn der Schlaf nicht kommt – Ursachen erkennen, Lösungen finden“
📅 Mittwoch, 20. August 2025, 17:30 Uhr
📍 Konferenzzentrum Klinikum Görlitz Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Dort geben wir einen Überblick über Ursachen, Diagnose und aktuelle Behandlungsmöglichkeiten.



