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Die Pollen sind los!

Es ist Anfang April und schon läuft meine Nase und meine Augen jucken. Die Grippe ist es nicht. Ich bin ja geimpft. Also, was ist los? Ganz einfach – die Pollen sind los. Ein Blick in den Pollenflugkalender verrät mir, dass ab Mitte Februar Hasel, Birke und Erle blühen. Da ich gegen diese Frühblüher allergisch bin, ist meine Vorfreude auf den Frühling immer etwas gedämpft. Zum Glück gibt es ein paar Möglichkeiten, die Symptome eines allergischen Schnupfens, umgangssprachlich auch Heuschnupfen genannt, in den Griff zu bekommen.

Grundsätzlich kann ein allergischer Schnupfen auf verschiedenen Wegen behandelt werden. Zu allererst sollte man versuchen, das Allergen, also den Stoff, auf den man allergisch ist, zu meiden. Bei einer Tierhaarallergie ist das relativ einfach. Wenn Hund und Katze als Haustiere ausscheiden, bleibt immer noch die Schildkröte. Auf Pollen hingegen trifft man, sobald sich die Haustür öffnet. An Tagen mit starkem Pollenflug sollten daher Aktivitäten im Freien vermieden werden. Ist Regen angesagt, kann sich der Pollenallergiker freuen. Denn nach kräftigen Niederschlägen sinkt die Pollenbelastung vorübergehend. Jetzt ist die Zeit gekommen, die eigenen vier Wände ausgiebig zu lüften, eine Kleinigkeit vom Bäcker zu holen oder einfach mal kräftig durchzuatmen.

Damit Sie auch nachts gut Luft holen können, sollten Sie Ihr Schlafzimmer zur pollenfreien Zone erklären. Das gelingt am besten, wenn Sie Ihre Kleidung, die Sie tagsüber getragen haben, beispielsweise im Bad ablegen und vor dem Schlafengehen kurz duschen und Ihre Haare waschen. So werden die Pollen von Haut und Haaren nicht mit ins Bett genommen.

Wem das alles nur bedingt hilft, kann eine Pharmakotherapie, also die Behandlung des Heuschnupfens mit Arzneimitteln ins Auge fassen. Mit Hilfe eines Allergietests bestimmt der Arzt, auf welche Allergene man besonders empfindlich reagiert und kann dann im zweiten Schritt ein Nasenspray oder Tabletten empfehlen, die die Heuschnupfensymptome lindern. Entsprechende Medikamente habe ich zur Allergiezeit immer dabei, wenn ich unterwegs bin und nicht weiß, was mich erwartet. So kann ich auch bei starker Pollenbelastung noch schnell reagieren.

Wer seine Heuschnupfensymptome nicht nur kurzfristig behandeln möchte, sondern an einer langfristigen Ausschaltung der allergischen Reaktion interessiert ist, kann die Möglichkeit einer so genannten Hyposensibilisierung in Betracht ziehen. Um zu verhindern, dass sich aus einer ersten Allergie weitere Allergien entwickeln oder die Patienten zukünftig an Asthma erkranken, sollte mit dieser etablierten Therapie so früh wie möglich begonnen werden. „Eine entsprechende Behandlung ist schon bei Kindern ab dem 5. Lebensjahr möglich und dauert zwischen 3 und 5 Jahre“, sagt Dr. Lutz-Uwe Wölfer, Chefarzt unserer Hautklinik und Allergologe. Im Grundschulalter habe ich mich hyposensibilisieren lassen. Meine Heuschnupfensymptome konnten bis heute deutlich reduziert werden.

Dank Akkupunktur bin ich seit einigen Jahren fast beschwerdefrei. Sobald ich merke, dass meine Augen anfangen zu tränen und zu kribbeln, lasse ich mir Dauerakkupunkturnadeln in die Ohren setzen. Das tut nicht weh und reduziert meinen Medikamentenbedarf deutlich. Warum und wie die Akkupunktur wirkt, ist noch nicht abschließend geklärt. Vielleicht ist es auch auf einen Placebo-Effekt zurückzuführen. Für mich spielt das keine Rolle. Hauptsache die Akkupunktur hilft. Der Frühling kann also kommen – ich bin vorbereitet. Und auch Ihnen wünsche ich einen guten Start in den Frühling.

  • Tags: AllergieHautklinikPollenStädtisches Klinikum Görlitz
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